Unter dem Titel „Orgelherbst am Niederrhein“ findet das internationale Orgelfestival im Willibrordi-Dom statt. Namhafte Organisten konzertieren jeweils samstags an der Dom-Orgel.
Eine Videoübertragung in den Kirchenraum ermöglicht hierbei den Konzertbesuchern den Blick auf den Interpreten am Spieltisch, der gewöhnlich verwehrt bleibt; dadurch wird die erklingende Musik auch visuell erlebbar.
Zu den Orgelkonzerten laden wir Sie sehr herzlich ein.
Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei.
Samstag, 04. Oktober 2025 | 19:30 Uhr
Konzert I
Giulia Biagetti (Lucca / IT)
Samstag, 11. Oktober 2025 | 19:30 Uhr
Konzert II
Konrad Paul (Münster / D)
Samstag, 18. Oktober 2025 | 19:30 Uhr
Konzert III
Sara Musumeci (Catania / IT)
Samstag, 25. Oktober 2025 | 19:30 Uhr
Konzert IV
Ansgar Schlei (Wesel / D)
Die Interpreten des diesjährigen Orgelfestivals
Giulia Biagetti studierte Klavier am Musikalischen Institut "L. Boccherini" in Lucca und Orgel am Konservatorium "Giovanni Frescobaldi" in Ferrara. Darüber hinaus studierte sie Komposition und Chormusik bei Marino Pratali und Gaetano Giani Luporini. Zahlreiche Meisterkurse runden ihre Ausbildung ab.
Giulia Biagetti ist Organistin an der Kathedrale von Lucca und Chorleiterin der "Capella St. Cäcilia".
Sie ist Dozentin für Orgel und Gregorianik am Konservatorium "L. Boccherini" in Lucca, für Klavier und Orgel an der Diözesan-School of Music "A. Baralli" sowie im Erzbischöflichen Priesterseminar. Zeitweise bekleidete sie eine Professur für Orgel an der Hochschule für Musik Civic Capannori (Luxemburg).
Sie ist Autorin mehrerer Fachartikel und setzt sich für die Förderung kultureller Veranstaltung in ihrer Region ein.
Eine rege Konzerttätigkeit sowie CD-Aufnahmen zeugen von ihrer künstlerischen Aktivität.
Konrad Paul studierte an der Musikhochschule Lübeck Kirchenmusik und Musikerziehung bei Martin Haselböck und Lorenzo Ghielmi (Orgel), Jürgen Essl (Improvisation) und Gerd Müller-Lorenz (Chorleitung). Es folgte ein Aufbaustudiengang Kirchenmusik u. a. bei Arvid Gast und Thomaskantor Georg-Christoph Biller an der Hochschule für Musik und Theater Leipzig. Darüber hinaus nahm er dort 2003 ein Kapellmeisterstudium bei GMD Gerd Bahner und Michael Köhler auf. Dieses schloss er 2006 mit einem Sinfoniekonzert ab.
Die Teilnahme an internationalen Wettbewerben und Masterclasses prägten seine Studienzeit: Meisterkurse bei Marie-Claire Alain, Guy Bovet und Olivier Latry gaben ihm wertvolle Impulse im Bereich der französischen Orgelliteratur. Studien zur historischen Aufführungspraxis bei der Austria Barock Akademie sowie zur Orgelimprovisation bei Thierry Escaich und Frédéric Blanc in Paris rundeten seine Ausbildung ab.
2005 bis 2019 war Konrad Paul Kreiskantor und Organist an der Ev. Christuskirche Oberhausen und Leiter der Ev. Singgemeinde Oberhausen. Seit 2019 ist er Kantor an der Apostelkirche Münster, der evangelischen Hauptkirche der Stadt, sowie Kreiskantor im Ev. Kirchenkreis Münster.
Als Organist gastiert er regelmäßig im In- und Ausland. CD-Produktionen und Rundfunkaufnahmen ergänzen seine Arbeit. Von 2005 bis 2015 leitete er die von ihm gegründeten Orgelkonzertreihe „Orgel zur Nacht“ an der Ladegast-Orgel in St. Johannis zu Wernigerode. Konrad Paul trat als auch Solist bei Werken für Orgel & Orchester auf und ist im Bereich Liedbegleitung tätig. Darüber hinaus tritt er als Publizist von kirchenmusikalischen Artikeln und als Komponist in Erscheinung.
Sara Musumeci ist eine vielversprechende sizilianische Künstlerin, die trotz ihres jungen Alters auf ein beachtliches Curriculum Vitae schauen kann. Nach dem Studium der Kunstwissenschaft an der Universität von Palermo, spezialisiert sie sich in Musikwissenschaft, dessen Studium sie mit Auszeichnung abschließt. Das Studium in Pianoforte mit Giuseppe Cantone und Violetta Egorova schließt sie unter der Führung von Prof. Epifanio Comis an der Musikhochschule "V. Bellini" in Catania mit höchster Punktzahl ab und hat nun an der Pariser Schola Cantorum, unter Leitung von Jean-Paul Imbert, das Diplôme de virtuosité erhalten. Zahlreiche Meisterkurse in Sizilien (an der Sizilianischen Klavierakkademie) und an der Musikhochschule in Paris runden ihre Studien ab, an welchen sie in Chorleitung bei Prof. Giuseppe Mignemi, in Orgel bei den Professoren Perrucci, Mammarella, Catalucci, Cannizzaro und Oreni teilnahm. Auch einen Meisterkurs in Orgelrestaurierung hat sie bei dem Orgelbauer Franco Olivieri abgeschlossen.
Neben ihren konzertistischen Tätigkeiten als Pianistin und Organistin, sei es solistisch oder als Duo, und als Musikwissenschaftlerin, ist sie Chorleiterin in Giarre und leitet seit 2015 Seminare zu Musikwissenschaft. Diese finden in Zusammenarbeit mit der Universität von Palermo sowie catanesischen Kunst- und Musikgesellschaften statt.
Sie ist Dozentin für Klavier am "Carlo Alberto dalla Chiesa" Institut sowie am der Akademie "Music for life" (San Giovanni La Punta) und beim "Istituto di Alta Cultura - Tisia" in Catania.
Ansgar Schlei studierte evangelische Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Im Sommer 2005 legte er sein Kirchenmusik-A-Examen mit Auszeichnung im Fach Künstlerisches Orgelspiel ab. Zudem studierte er Rechtswissenschaften in Göttingen, Hagen und Köln.
Im Jahr 2000 war Ansgar Schlei zeitweise Organist im Christus-Pavillon auf der Weltausstellung EXPO in Hannover.
Nach Tätigkeiten als Kirchenmusiker in Springe (Deister), Hannover und BAd Münder (Deister) folgte er dem Ruf an den Willibrordi-Dom nach Wesel, wo er seit April 2006 als Kantor und Leiter der WESELER DOMMUSIK tätig ist. Darüber hinaus ist er Kreiskantor im Kirchenkreis Wesel der Evangelischen Kirche im Rheinland. Er ist zudem Leiter eines Ausbildungskurses für nebenamtliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in der Region Niederrhein und Mitglied im landeskirchlichen Prüfungsausschuss Kirchenmusik.
Ansgar Schlei ist außerdem Vorsitzender des Verbandes für Kirchenmusik in der Evangelischen Kirche im Rheinland e.V.
2022 wurde ihm für seine Verdienste um die Kirchenmusik durch die Evangelische Kirche im Rheinland der Titel „Kirchenmusikdirektor“ verliehen.
Seine umfangreiche Konzerttätigkeit führt ihn regelmäßig durch ganz Deutschland und ins benachbarte Ausland. Das Repertoire reicht dabei von Werken der Renaissance bis in die Gegenwart, wobei ein besonderer Schwerpunkt in der Musik des 17. und 18. Jahrhunderts liegt.
Mehrere CD-Produktionen sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen ergänzen sein umfangreiches musikalisches Schaffen.